Vita

Jan Kobow lebt auf Schloss Seehaus in Mittelfranken. Seine jährlichen Konzertreihen internationalen Formats machten daraus ein auch überregional beachtetes „Schloss voller Musik“.

Jan Kobow

Kind
Knabensolist beim Staats- und Domchor Berlin
1998
1. Preis beim Internationalen Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerb Leipzig​
2000
Debüt als Evangelist unter Masaaki Suzuki, Suntory Hall Tokyo
2004
Luitpoldpreis für Nachwuchskünstler, Förderverein Kissinger Sommer
2016
Künstler des Monats, Europäische Metropolregion Nürnberg
2018+
Lehrtätigkeit an der Hochschule für evangelische Kirchenmusik Bayreuth
>100
CD-Aufnahmen

Biografie

Der in Berlin geborene Tenor Jan Kobow war bereits als Kind Knabensolist beim Staats- und Domchor Berlin. Nach Studien in Paris, Hannover und Hamburg gewann er 1998 den 1. Preis beim Internationalen Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerb in Leipzig.

Internationale Aufmerksamkeit erhielt er wenig später mit seinem Debüt als Evangelist in Bachs Matthäuspassion unter Masaaki Suzuki in der Suntory Hall Tokyo im Bachjahr 2000.

Es folgten Einladungen in zahlreiche Länder Europas, Asiens und Nordamerikas. Jan Kobow etablierte sich rasch als einer der gefragtesten Evangelisten seiner Generation, nicht nur für Bach’sche Vokalwerke.

Er arbeitete mit Dirigenten wie Sir John Eliot Gardiner, Philippe Herreweghe, Sigiswald Kuijken, Nikolaus Harnoncourt, Lars Ulrik Mortensen, Frans Brüggen, Gustav Leonhardt, Frieder Bernius und Michel Corboz zusammen.

Über viele Jahre war Jan Kobow dem RIAS Kammerchor Berlin als Solist verbunden. Darüber hinaus konzertierte er mit renommierten Ensembles und Orchestern wie dem Freiburger Barockorchester, der Akademie für Alte Musik Berlin, dem Concertgebouw-Orchester Amsterdam, dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Concentus Musicus Wien, Concerto Köln, dem Bach Collegium Japan, den English Baroque Soloists, der Nederlandse Bachvereniging, dem DSO Berlin, dem RSB Berlin sowie zahlreichen weiteren Klangkörpern der internationalen Alte-Musik-Szene.

Konzertauftritte führten ihn in bedeutende Konzertsäle weltweit, darunter der Musikverein Wien, das Concertgebouw Amsterdam, die Carnegie Hall New York, die Philharmonie Berlin, das Gewandhaus Leipzig, die Tonhalle Zürich, die Suntory Hall Tokyo, das KKL Luzern, die Cité de la Musique Paris oder der Barbican London.

Darüber hinaus gastierte Jan Kobow bei renommierten Festivals wie dem Schleswig-Holstein Musik Festival, dem Musikfest Bremen, dem Boston Early Music Festival, dem Bachfest Leipzig, dem Festival Oude Muziek Utrecht, den Händelfestspielen Göttingen, dem Mozartfest Würzburg, dem Tanglewood Festival oder den Telemann-Festtagen Magdeburg.

Repertoire

Der Schwerpunkt von Jan Kobows Repertoire liegt auf den Vokalwerken Johann Sebastian Bachs sowie der Musik des Barock und der historischen Aufführungspraxis. Darüber hinaus umfasst sein Repertoire Oratorien von Händel und Haydn ebenso wie Opern- und Operettenpartien.

Besondere Aufmerksamkeit fanden seine Interpretationen der großen Schubert-Zyklen sowie Liederabende mit Werken von Carl Loewe, John Dowland, Johann Krieger, Felix Mendelssohn Bartholdy und Robert Schumann.

Auch auf der Opernbühne war Jan Kobow in Werken von Händel, Weber, Meyerbeer, Graupner und anderen Komponisten zu erleben. Produktionen wie La Lira d’Orfeo von Antonio Draghi oder Operneinspielungen von Christoph Graupner dokumentieren seine stilistische Vielseitigkeit innerhalb des historischen Repertoires.

Veröffentlichungen

Jan Kobow wirkte bislang an über 100 CD-Aufnahmen mit und veröffentlichte zehn Soloalben. Seine Aufnahmen erschienen unter anderem bei Naxos, Carus, cpo, Sony, Harmonia Mundi, BIS, ATMA und weiteren internationalen Labels.

Als Solist ist er in bedeutenden Gesamtaufnahmen der Bachkantaten vertreten, darunter jene des Bach Collegium Japan, der English Baroque Soloists sowie von La Petite Bande.

In BACH 333, der Gesamtausgabe sämtlicher Werke Johann Sebastian Bachs der Deutschen Grammophon, sind zahlreiche Aufnahmen mit Jan Kobow enthalten, darunter Kantaten und die h-Moll-Messe.

Darüber hinaus wirkte er bei der Videoreihe All Of Bach der Nederlandse Bachvereniging mit und sang allein mit diesem Ensemble weit über fünfzig Aufführungen der Matthäuspassion und anderer Bachwerke.

Seine umfangreiche Diskografie umfasst zudem Werke von Johann Pachelbel, Georg Philipp Telemann, Reinhard Keiser, Christoph Graupner, Johann Erasmus Kindermann, Jan Dismas Zelenka, Gottfried Heinrich Stölzel, C.P.E. Bach und vielen weiteren Komponisten des Früh- und Hochbarock.

Zu den jüngeren Veröffentlichungen zählen eine von ihm initiierte Ersteinspielung mit Liedern und Duetten von Johann Erasmus Kindermann mit der Sopranistin Ina Siedlaczek und dem United Continuo Ensemble, Aufnahmen mit Musik des 16. Jahrhunderts gemeinsam mit Dorothée Mields und Andreas Arend sowie die Operneinspielung Antiochus und Stratonica von Christoph Graupner.

Auszeichnungen

1998

2004

Luitpoldpreis
Auszeichnung für Jan Kobow als Nachwuchskünstler des Jahres vom Förderverein Kissinger Sommer

2006

ECHO Klassik
Auszeichnung für die Himlische Cantorey in Zusammenarbeit mit dem Knabenchor Hannover und dem Johann Rosenmüller Ensemble

2016

Künstler des Monats
Auszeichnung für Jan Kobow für seine künstlerischen Impulse in seiner Heimatregion von der Europäischen Metropolregion Nürnberg

Die Himlische Cantorey

Jan Kobow ist Mitbegründer des Solisten-Ensembles "Die Himlische Cantorey", das sich seit vielen Jahren insbesondere der Musik Monteverdis, Dowlands, Pachelbels und anderer Komponisten des Früh- und Hochbarock widmet.

Zahlreiche Rundfunk- und CD-Produktionen dokumentieren diese Arbeit; eine Einspielung wurde mit einem Echo Klassik ausgezeichnet. Das Ensemble arbeitete u. a. mit Klangkörpern wie

Die jüngste CD-Produktion der Himlischen Cantorey mit bislang selten eingespielten Magnificat-Vertonungen Johann Pachelbels erschien unter Jan Kobows Leitung bei cpo und erhielt hervorragende Kritiken.

Schloss Seehaus

In seinem fränkischen Wohnort Schloss Seehaus veranstaltet Jan Kobow seit vielen Jahren eine sommerliche Konzertreihe mit internationalen Künstlerinnen und Künstlern. Die Reihe verbindet historische Aufführungspraxis, Kammermusik und Liedkunst in einem besonderen kulturellen Rahmen.

→ zum Schloss Seehaus

Lehre & Meisterkurse

Neben seiner Konzerttätigkeit engagiert sich Jan Kobow intensiv in der musikalischen Nachwuchsförderung. Seit 2018 unterrichtet er an der Hochschule für Kirchenmusik Bayreuth und gibt regelmäßig Meisterkurse.

→ Kurs-Flyer: Meisterkurs Gesang und Hammerklavier, 08.-12. September 2026 auf Schloss Seehaus

Aktuelle Projekte

In den vergangenen Spielzeiten widmete sich Jan Kobow unter anderem Liedprojekten mit Werken von Joseph Rösler, Robert Schumann und Johannes Brahms auf historischem Instrumentarium.

2024 stand neben dem Brahms-Zyklus Die schöne Magelone auch die Titelpartie in Antonio Draghis Barockoper La Lira d’Orfeo auf dem Programm. Darüber hinaus entstand eine weitere Einspielung mit Vokalmusik Johann Pachelbels mit der Himlischen Cantorey, deren Veröffentlichung für 2026 geplant ist.

Weitere Projekte umfassen Konzerte und Einspielungen mit frühen Fassungen der Heine-Lieder op. 29 von Robert Schumann sowie künftige Produktionen bei den Magdeburger Telemann-Festtagen und dem Boston Early Music Festival.